Technischer SEO-Audit: die Prüfliste nach Google-Dokumentation, mit hreflang für Deutschland, Österreich und die Schweiz
Was ein technischer SEO-Audit in welcher Reihenfolge prüft, welche Grenzwerte Google für die Core Web Vitals nennt, wo JavaScript, Weiterleitungen und Canonicals Fehler verstecken und warum DACH-Websites bei hreflang besonders aufpassen müssen.
Published by AI Knows Us · Updated 21 October 2026
Ein technischer SEO-Audit prüft, ob Google Ihre Seiten crawlen, rendern und indexieren kann und ob dabei die richtige Version jeder Seite gewählt wird. Die Reihenfolge ist wichtig: zuerst Zugriff und Statuscodes, dann Indexierung, dann JavaScript-Rendering, dann Weiterleitungen und Canonicals, dann Sprach- und Länderversionen, zuletzt Ladezeit und Stabilität für echte Nutzer. Fast alles davon lässt sich kostenlos in der Google Search Console prüfen. Ein guter Audit endet mit einer priorisierten Liste, die jede Empfehlung mit der Google-Dokumentation belegt, und nicht mit einer Ranking-Zusage.
1. Zugriff: die drei Mindestanforderungen
Google nennt drei technische Voraussetzungen, damit eine Seite überhaupt indexiert werden kann (Seite "Technische Anforderungen der Google Suche", zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2025): Der Googlebot ist nicht blockiert, die Seite liefert den HTTP-Statuscode 200, und sie hat indexierbare Inhalte. Google betont, dass die Erfüllung dieser Anforderungen keine Indexierung garantiert.
Prüfen Sie im Audit:
- ob robots.txt wichtige Verzeichnisse, CSS- oder JavaScript-Dateien sperrt;
- ob Fehlerseiten tatsächlich einen Fehlercode senden und nicht mit 200 antworten;
- ob Inhalte hinter einem Login oder einem Cookie-Banner liegen, das den Text verdeckt.
Ein typischer Denkfehler: Eine in robots.txt gesperrte URL kann trotzdem in den Suchergebnissen erscheinen. Wer eine Seite aus dem Index heraushalten will, braucht noindex, und die URL muss dafür crawlbar bleiben.
2. Indexierung: was Google wirklich aufgenommen hat
Der Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console zeigt, welche Seiten im Index sind und warum andere fehlen. Für einzelne URLs liefert das URL-Prüftool zwei verschiedene Antworten: den Stand der indexierten Version und einen Live-Test der aktuellen Seite. Nach einer Korrektur zeigt der Live-Test, ob das Problem behoben ist. Prüfen Sie außerdem, ob die XML-Sitemap nur indexierbare Seiten mit Status 200 enthält.
3. JavaScript-Rendering
Google verarbeitet JavaScript-Webanwendungen in drei Hauptphasen: Crawling, Rendering und Indexierung. Laut Googles JavaScript-Dokumentation (zuletzt aktualisiert am 4. März 2026) werden alle Seiten mit Statuscode 200 an die Rendering-Warteschlange gesendet, unabhängig davon, ob sie JavaScript enthalten. Im Audit vergleichen Sie deshalb das ausgelieferte HTML mit dem gerenderten HTML im URL-Prüftool. Fehlen im gerenderten Ergebnis Texte, interne Links oder der Canonical-Tag, ist das ein Befund mit hoher Priorität.
4. Weiterleitungen und Canonicals
Google unterscheidet klar zwischen dauerhaften und temporären Weiterleitungen (Dokumentation zuletzt aktualisiert am 20. April 2026): Bei einer dauerhaften Weiterleitung wird das neue Ziel in den Suchergebnissen angezeigt, bei einer temporären die Quellseite. Nach einem Relaunch gehören alte URLs also dauerhaft weitergeleitet, und zwar direkt auf das Ziel, ohne Ketten.
Bei doppelten Inhalten wählt Google selbst eine kanonische URL. Eine Weiterleitung ist laut Google ein starkes Signal, dass das Ziel kanonisch sein sollte, ein rel="canonical"-Link ebenfalls ein starkes Signal. Ein Audit prüft, ob diese Signale zueinander passen: Canonical, interne Links, Sitemap und Weiterleitungen sollten auf dieselbe URL zeigen. Widersprechen sie sich, entscheidet Google allein.
5. hreflang für Deutschland, Österreich und die Schweiz
Hier liegt die typische Fehlerquelle von Websites im deutschsprachigen Raum. Google empfiehlt alternative Seiten ausdrücklich auch dann anzugeben, wenn die Inhalte in einer Sprache verfasst und einander ähnlich sind, mit geringfügigen regionalen Abweichungen. Das ist genau der Fall, wenn ein Shop dieselben Produkte für Deutschland, Österreich und die Schweiz mit anderen Preisen, Währungen oder Versandbedingungen anbietet. Die Codes lauten dann zum Beispiel de-DE, de-AT und de-CH, dazu x-default für alle anderen Nutzer.
Drei Punkte aus der Google-Dokumentation (zuletzt aktualisiert am 22. September 2026), die ein Audit kontrollieren sollte:
- Methode. hreflang kann im HTML, im HTTP-Header oder in der Sitemap stehen. Alle drei gleichzeitig bringen laut Google keinen Vorteil, nur mehr Pflegeaufwand.
- Gegenseitige Verweise. Die Versionen sollen aufeinander verweisen. Neue Sprachversionen sollten unbedingt auf die ursprünglichen zurückverweisen.
- Sprache erkennt Google selbst. Google nutzt weder hreflang noch das HTML-Attribut lang, um die Sprache einer Seite zu erkennen, sondern Algorithmen. hreflang hilft, die passende Version auszuliefern.
Wichtig für die Bewertung: Lokalisierte Versionen gelten laut Google nur dann als Duplikate, wenn der Hauptinhalt nicht übersetzt wurde. Drei nahezu identische deutschsprachige Versionen können also als Duplikate behandelt werden. Umso wichtiger sind saubere hreflang-Angaben und echte Unterschiede wie Preise in Euro und Franken.
6. Core Web Vitals: die offiziellen Grenzwerte
Der Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console beruht auf Daten echter Chrome-Nutzer. Google ordnet URL-Gruppen so ein:
| Messwert | Gut | Optimierung erforderlich | Schlecht |
|---|---|---|---|
| LCP (größtes sichtbares Element) | bis 2,5 s | bis 4 s | über 4 s |
| INP (Reaktion auf Interaktionen) | bis 200 ms | bis 500 ms | über 500 ms |
| CLS (Layoutverschiebungen) | bis 0,1 | bis 0,25 | über 0,25 |
Kleine oder neue Websites haben oft zu wenige Besuche für diesen Bericht. Dann misst der Audit mit Labordaten, etwa mit PageSpeed Insights, und sollte das offen kennzeichnen.
Werkzeuge und was sie nicht können
- Google Search Console: kostenlos, die einzige Quelle für Googles eigene Sicht auf Indexierung und Leistung.
- Bing Webmaster Tools: kostenlos. Laut StatCounter hatte Bing im September 2026 in Deutschland 6,49 % der Suchanfragen, Google 87,84 %.
- Screaming Frog SEO Spider: ein Crawler, der die Website wie eine Suchmaschine durchläuft. Laut Hersteller (abgerufen am 22. Oktober 2026) crawlt die kostenlose Version 500 URLs, eine Lizenz kostet 199 britische Pfund pro Jahr.
Ein Crawler zeigt, was technisch auf der Website steht. Er zeigt nicht, wie Google bewertet: Google weist darauf hin, dass Drittanbieter-Tools keinen Zugriff auf die internen Ranking-Daten haben. Ein "SEO-Score" ist die Meinung eines Tools, nicht die von Google.
Wer neben Google auch prüfen will, ob ChatGPT oder Gemini die eigene Firma nennen, findet die technischen Unterschiede, etwa die getrennten OpenAI-Crawler, in unserem Ratgeber zur KI-SEO-Agentur und zum Ranking in ChatGPT.
Häufige Fragen zum technischen SEO-Audit
Wie oft sollte man einen technischen SEO-Audit machen?
Vor und nach jedem Relaunch oder jeder Migration, und immer dann, wenn der Bericht zur Seitenindexierung mehr nicht indexierte Seiten zeigt. Dazwischen reicht oft ein monatlicher Blick in die Search Console.
Brauche ich für Österreich und die Schweiz eigene Seiten?
Nur wenn sich für die Nutzer etwas unterscheidet, etwa Preise, Währung, Versand oder Rechtstexte. Dann gehören die Versionen mit hreflang verknüpft. Fast identische Kopien ohne echten Unterschied können als Duplikate behandelt werden.
Reicht ein automatischer Audit aus einem Tool?
Als Startpunkt ja. Die Prioritäten muss aber ein Mensch setzen, und vor jeder größeren Änderung sollten Sie die Empfehlung mit der offiziellen Google-Dokumentation abgleichen, wie Google es Website-Betreibern rät.
Was soll ich einer Agentur für den Audit freigeben?
Google empfiehlt, für einen Audit nur Lesezugriff auf die Search Console zu geben und noch keinen Schreibzugriff.
Was kostet ein technischer SEO-Audit?
Dafür gibt es keinen offiziellen Richtwert, und die Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn sie denselben Umfang beschreiben. Fragen Sie deshalb nach drei Dingen: wie viele URLs gecrawlt werden, welche der sechs Prüfbereiche oben enthalten sind und ob der Bericht jede Empfehlung mit Priorität, Aufwand und einer Quelle aus der Google-Dokumentation versieht. Ein Festpreis für ein klar beschriebenes Projekt ist leichter zu vergleichen als ein offener Stundensatz.